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primaZüri

Prävention chronischer Krankheiten in der primären Gesundheitsversorgung – Implementierung im Kanton Zürich

Ziel und Projektübersicht

Das Ziel des Projektes primaZüri war, die Prävention chronischer Krankheiten in der primären Grundversorgung im Kanton Zürich zu stärken. Konkret wurden präventive Kurzberatungen von Fachpersonen durch eine geeignete Implementierungs- und Skalierungsstrategie gefördert, um langfristig den Public Health Impact zu verbessern. Dazu wurde 2019 ein Projekt mit einem partizipativen Ansatz in zwei Phasen gestartet. In der ersten Projektphase wurde untersucht, wie präventive Kurzberatungen in den Arbeitsalltag von Gesundheitsfachpersonen integriert werden können (Implementierungsstrategie). In der zweiten Phase wurde geprüft, wie erfolgreiche Ansätze auch in weiteren Praxen und Organisationen nachhaltig und effizient eingesetzt werden können (Skalierungsstrategie).

Phase 1: Entwicklung der Implementierungsstrategie

Ziel der ersten Phase (2019–2023) war es, eine Präventionsberatung zu entwickeln, die sich in der Grundversorgung im Kanton Zürich umsetzen und später breit skalieren lässt. Gemeinsam mit verschiedenen Beteiligten im Kanton Zürich – Organisationsvertretenden und Fachpersonen unterschiedlicher Berufe – wählten wir die Bewegungsberatung als Beispiel für die Projektumsetzung. Als kleinste später skalierbare Einheit dienten zwei Gruppen-Hausarztpraxen und eine grosse Spitex-Organisation in derselben Region. Zusammen mit diesen Praxispartner:innen passten wir eine wissenschaftlich fundierte, kurze Bewegungsberatung für ihr Praxisumfeld an. Zudem entwickelten wir gemeinsam einen Implementierungsleitfaden. Dieser Leitfaden – ein Booklet auf Papier oder elektronisch – beschreibt in zehn Schritten, wie die Beratung über mehrere Monate nachhaltig eingeführt werden kann. Dazu gehören zum Beispiel eine Schulung zur Beratung und eine datenbasierte Rückmeldung zum Umsetzungsprozess durch das Projektteam. Das Lernen und die Praxisintegration wurden über sechs Monate evaluiert. Die Resultate zeigen, dass die Schulung die Sicherheit der Fachpersonen zur Umsetzung der Beratung verbesserte (gemessen als Selbstwirksamkeit). Ausserdem wurde die Bewegungsberatung mithilfe des Implementierungsleitfadens schrittweise in den Alltag aufgenommen und als Routinetätigkeit verankert (gemessen mit Normalisierung der neuen Praxis). Die beteiligten Praxispartner:innen waren motiviert, mit ihren Organisationen bei der weiteren Skalierung mitzumachen. Die erste Phase hat damit gezeigt: Mit den entwickelten Hilfsmitteln – der angepassten Beratung sowie dem Implementierungsleitfaden samt Schulung – lässt sich die Bewegungsberatung im Alltag von Hausarztpraxen und der Spitex umsetzen.

Phase 2: Entwicklung der Skalierungsstrategie

Ziel der zweiten Phase (2024-2026) war es, eine Strategie für die breitere Skalierung zu entwickeln und zu prüfen. Als kostengünstiges und gut skalierbares Format wählten wir ein E-Learning auf einer Lernplattform (Learning-Management-System). Darin liessen sich – aufbauend auf den Hilfsmitteln aus Phase 1 – sowohl das Erlernen der Beratung als auch die Unterstützung bei der Umsetzung integrieren. Gleichzeitig erweiterten wir die Reichweite: Neben Hausarztpraxen und Spitex kamen die Schulärztlichen Dienste dazu. So lässt sich eine breite Bevölkerung erreichen – von Kindern bis zu betagten Menschen. Unterstützt durch das E-Learning wurde die Bewegungsberatung umgesetzt und vom Projektteam evaluiert. Die Resultate zeigen, dass auch mit dem E-Learning die Sicherheit bei der Umsetzung stieg. Auch die Verankerung der Beratung in der Praxis entwickelte sich stetig. Die Werte für diese Verankerung im Alltag (Normalisierung) lagen sogar höher als in der ersten Phase – wobei die untersuchte Gruppe nicht dieselbe war. Wir schliessen daraus, dass die Skalierungsstrategie funktioniert. Im Zentrum steht dabei das «scaling deep»: Die Beratung verankert sich in der Haltung und im Alltag der Beteiligten. Dieses «scaling deep» ist die Voraussetzung dafür, dass die breite Verbreitung – das «scaling out» auf mehr Menschen und Orte – nachhaltig gelingt. Die Grundlagen dafür haben wir in den drei grossen Settings (Spitex, Hausarztpraxen, Schulgesundheitsdienste) der Grundversorgung gelegt.

Ein älterer Mann auf einem Mountainbike fahrt auf einem Radweg durch einen Wald. Im Hintergrund geht die Sonne unter. Der Mann trägt ein T-Shirt, Helm und eine kurze Hose.

Kontakt

Haben Sie Fragen oder sind Sie am Projekt interessiert? Schreiben Sie uns gerne.

E-Mail: kontakt@primazueri.ch